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Ost Timor

Travel Guide


Wieviel kostet ein Flug nach Timor-Leste?

EINWOHNER

1.1 Mio

77,7 Einwohner / km2

SPRACHE(N)

Tetum

Portugiesisch

KLIMA

Tropen

BESTE REISEZEIT

Trockenzeit

Mai - November

ZEITZONE

UTC+9

LOKALE WÄHRUNG

Powered by Yahoo Finance, 24.06.2017 14:18

KOSTEN-LEVEL

Mittel

Weltweit gebührenfrei Geld abheben?

Tagesbudget stark von Region abhängig

GLOBAL HAPPINESS INDEX (HPI)

-

Lebenszufriedenheit - Lebenserwartung - Ökologischer Fußabdruck

NATIONALFEIERTAG

28. November

LANDESGRÖSSE

14874 km2

Ca. 0.1 x die Fläche Deutschlands

Backpacking in Timor-Leste

.. so wird Timor-Leste von den Locals genannt.

Über Jahrhunderte portugiesisch, über Jahrzehnte Schauplatz von Konflikten

Trotz der geografischen Zugehörigkeit zur asiatischen Timorinsel als Teil des Malaiischen Archipels unterscheidet sich der erst seit dem Jahr 2002 endgültig unabhängige und lediglich knapp 15.000 km² große Staat Ost-Timor mit seinen aktuell ca. 1,1 Millionen Einwohnern kulturell deutlich von seinen Nachbarländern.

Die seit mindestens 42.000 Jahren von Austronesen, Melanesiern und Proto-Malaien besiedelte Region war von 1515 bis 1975 die europäisch geprägte Kolonie Portugiesisch-Timor, die bereits damals geplante Autonomie wurde jedoch durch die anschließende indonesische Annektion verhindert. Immer wieder aufflackernde heftige Gefechte zwischen Armee, Milizen und Guerilla mit zahlreichen Massakern an der Zivilbevölkerung sollten bis zum endgültigen Unabhängigkeitsreferendum von 1999 fast 200.000 Menschen das Leben kosten.

Erst die Entsendung einer Eingreiftruppe der Vereinten Nationen nach Ost-Timor konnte die Lage dauerhaft beruhigen und befrieden, bis 2012 war die internationale UN-Mission (UNMIT) hier stationiert, seither herrschen vor Ort weitgehend stabile Verhältnisse.

Eine katholische Kolonie mit der größten Kathedrale in Südostasien

Durch die lange Kolonialgeschichte bedingt, bekennen sich die etwa 15 verschiedenen ethnischen Volksgruppen Ost-Timors noch stärker als die Bevölkerung der Philippinen und im Gegensatz zur mehrheitlich islamischen Einwohnerschaft Indonesiens und Malaysias zu weit über 90% zum Katholizismus.

Das prägnante portugiesische Erbe ist in der Hauptstadt Dili mit ihren fast 200.000 Einwohnern architektonisch vielerorts unverkennbar.

Bedeutende historische Gebäude sind

  • die ehemalige Festung von 1769 mit dem Kulturzentrum „Casa Europa“,
  • der frühere Gouverneursresidenz Palácio de Lahane,
  • der alte Stadtmarkt Mercado Municipal,
  • der heute als Museum genutzte Gefängniskomplex Prisão de Comarca,
  • die Kirche San António de Motael
  • sowie die Catedral da Imaculada Conceição als die mit 10.000 m² Gesamtfläche größte Kathedrale in ganz Südostasien.

Ebenfalls einen Besuch lohnt das Archiv und Museum des timoresischen Widerstands nahe des Parlaments.

In Dili befindet sich mit dem Flughafen „Presidente Nicolau Lobato“ auch der einzige internationale Flughafen Ost-Timors, Verbindungen existieren von dort nach Singapur sowie Darwin in Australien und Denpasar (Bali) in Indonesien.

Außerhalb der Hauptstadt recht rustikal

Außerhalb der Hauptstadt, in der es ein recht überschaubares Angebot an Unterkünften ab ca. 50 Euro pro Nach und Person und einige gastronomische Einrichtungen gibt, ist die touristische Infrastruktur in Ost-Timor nur spärlich entwickelt, was es für Individualreisende zu einem interessanten Ziel werden lässt.

Meist sehr spartanisch ausgestattete Hostals findet man noch am ehesten in den größeren Städten Baucau, Maubisse und Tutuala, in den kleineren Städten Aileu, Gleno, Lospalos, Liquiçá, Maliana, Bobonaros, Manatuto, Same, Suai und Viqueque existieren allenfalls einfachste Pensionen. Reisen dorthin können mit den meist überfüllten und unregelmäßigen Biskota-Bussen unternommen werden, in abgelegenere Ortschaften gelangt man mit den Mikroléts-Kleinbussen.

Nicht ganz billig und nicht ganz leicht zu bereisen

Die Buchung eines in der Regel recht teuren Mietwagens ist ebenfalls nur in Dili möglich, das schlechte Straßennetz vor allem in der Regenzeit November bis April macht jedoch fast zwangsläufig einen Geländewagen notwendig.

Geldautomaten gibt es außerhalb von Dili ebenfalls nicht, Reisechecks werden auch nicht eingelöst, weswegen sich dringend die Mitnahme von ausreichend Bargeld empfiehlt.

Anders als anderswo in Asien bestimmen erstaunlich hohe Preise das Niveau im Land, ein Frühstück bis zu 10 oder ein Mittag- oder Abendessen bis zu 30 Euro sind in großen Hotels durchaus üblich, ein Bier schlägt mit ca. 3,50 Euro zu Buche, in kleineren einheimischen Restaurants gibt es Hauptgerichte ab etwa 7 Euro.

Eher für bodenständige Naturfreunde als für exzessive Nachtschwärmer geeignet

Grundsätzlich kann Ost-Timor momentan als ein zwar noch schwer zu erreichendes und etwas kostspieliges, allerdings auch sehr authentisches und von Besuchermassen bislang größtenteils verschontes Reiseziel für Backpacker beschrieben werden.

Allzu viel bequemen Komfort darf man jedoch nicht erwarten, das Land befindet sich schließlich erst seit Kurzem in einer fragilen Aufbauphase nach den langen Kriegswirren der vergangenen Jahrzehnte. Die Gesellschaft Ost-Timors ist dementsprechend auch noch immer teilweise traumatisiert, darüber auch in vielen Dingen durch die überwiegend katholische Prägung relativ konservativ, freizügige Kleidung bei Touristen oder gar Nacktbaden am Strand werden nicht geduldet.

Statt wildem Nachtleben erwarten einen hier eher schöne Natur- und Kulturdenkmäler, so etwa die Salzseen von Tasitolu und die fast menschenleeren Sandstrände Areia Branca und Pasir Putih bei Dili, der 2963 Meter hohe Berg Tatamailau bei Com und die portugiesischer Kolonialgebäude und Ruinen der Thermen von Marobo.

Auch die Dili vorgelagerte Insel Atauro ist einen Abstecher wert, dort kann man sogar Delfine in freier Wildbahn beobachten.

Noch ruhiger als der Rest Ost-Timors präsentiert sich dessen weiter westlich in indonesischem Staatsgebiet gelegene Exklave Oecusse, in die dortige Provinzhauptstadt Pante Macassar gelangt man von Dili aus in einer zwölfstündigen Fahrt mit der Fähre „Berlin Nakroma“.



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